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Lektorat? Brauch ich nicht, kann ja schließlich Deutsch!

  • 20. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 20 Stunden

Gastbeitrag von Ingrid Sonnleitner | Übersetzungen | Lektorat | Radtouren-Guide


Das denken sich wohl die meisten, wenn sie Korrekturlesen oder Lektorat hören. Und schließlich hab ich ja noch Autokorrektur, ChatGPT & Co.


Korrekturlesen

Buchstabenbauklötze übereinander gestapelt

Ich erklär es gerne so: Da geht es darum, dass „alle Buchstaben und Zeichen in der richtigen Reihenfolge in der richtigen Anzahl am richtigen Platz stehen“. Natürlich auch um Grammatik, dass Subjekt und Prädikat zusammenpassen oder Substantive und das bezugnehmende Pronomen.


Beispiel 1: Darüber hinaus wird der Wirtschaftsstandort insgesamt und Kooperationen untereinander gefördert.

Na, gesehen?

Das Verb muss im Plural sein, es sind 1. zwei Subjekte und 2. Kooperationen.


Beispiel 2: Durch seine Rolle als größte Stadt in der Region profitiert die lokale Wirtschaft…

Na, gesehen?

Es ist die Stadt, also ihre.


Dazu gehört auch der Abgleich von Kapitelüberschriften mit einem vorhandenen Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen und Querverweise mit den Bezugsstellen im Text. Braucht man nicht, wird ja eh automatisch erstellt! Ja schon, es passt aber nur alles, wenn auch die Überschriften und Stellen richtig formatiert und referenziert sind… Namen, Zitate, Online-Quellen, Buchtitel – da können sich schon einige Ungenauigkeiten einschleichen.


URL-Links in Texten sind auch so eine Sache. Beim Einfügen wird vom System nur „http:“ genommen. Heute sind die meisten Browser so eingestellt, dass sich nur https-Seiten öffnen lassen. (Hier findest du mehr zum Thema http versus https)


Das sind die Hard Facts, die einfach korrigiert werden müssen.


Lektorat

Nachdenkliches Buch

Hier steht der größere Zusammenhang im Mittelpunkt: Ist der gewählte Schreibstil stimmig und konsistent? Ist der Inhalt klar und eindeutig oder kann man einen Satz unterschiedlich verstehen? Gibt es Brüche innerhalb des Textes?

Diese Kriterien sind für mich die Basis für Optimierungsvorschläge. Das hat natürlich viel mit Gefühl, Vorlieben, Emotionen zu tun. Ich verstehe mich da als Ideengeberin, wie man eine Textstelle noch treffender, berührender, klarer formulieren könnte. Gerne finde ich auch im Austausch mit dem Verfasser gemeinsam die richtigen Worte für knifflige Passagen.


Lass mich meine Arbeit mit Zähne putzen vergleichen: Natürlich putzt du deine Zähne gründlich, aber, seien wir ehrlich, nach einer professionellen Zahnreinigung fühlen sie sich einfach sauberer an. Und so hast du mit einem Lektorat durch mich einfach das bessere Gefühl, dass alles stimmt.


Die perfekte Kombination

Selbstverständlich legst du Wert darauf, dass deine Produkte oder Dienstleistungen perfekt sind, oder? Und ich ergänze, dass sie eine ebensolche perfekte sprachliche Darstellung verdienen!

Egal, ob Website, Flyer, Präsentation, Social Media-Posts oder auch Visitenkarten, man glaubt ja gar nicht, wo überall Ungenauigkeiten lauern können…


Wie läuft das ab?

In einem offenen Format (Word) ist es mir am liebsten. Ich arbeite im Korrekturmodus, so dass du meine Änderungen nachvollziehen kannst. Um deinen Aufwand zu minimieren, schlage ich meistens vor, die Hard Facts (siehe oben) fix und unsichtbar zu ändern und nur Optimierungsvorschläge zu markieren.


Und Korrekturen in PDFs? Da braucht es dann einen zweiten Korrekturlauf (im Idealfall nur einen zweiten!), in dem ich prüfe, ob 1. alles und 2. alles richtig geändert wurde. Das ist natürlich alles andere als effizient, weshalb es bei mir Alternativen gibt.


Websites: Ich kenne mich mit gängigen Website-Programmen wie Wix oder WordPress aus, so dass ich die Änderungen selbst vornehmen kann. Funktionieren alle Buttons und Verlinkungen? Sind Menüpunkte überall gleich benannt?


Keine Angst, ich achte dabei genau darauf, was ich tue…


InDesign: Für alle, die so wie Tanja mit Grafik zu tun haben, kommt hier der Aha-Moment: Ich kann auch Texte in InDesign ändern. Durch meine Arbeit als Übersetzerin habe ich ein Schnittstellenprogramm zu InDesign, in dem ich die Dateien auf Textebene bearbeite. Alles andere wie Bilder, Schriftarten, Schriftschnitte, Formatierungen usw. bleibt unangetastet.


Die Arbeit beschränkt sich bei mir nicht auf den Text, sondern schließt auch das Layout mit ein: Sind alle Absätze gleich formatiert? Abstand, Schrift, Zeilenabstand, Ausrichtung? Sind Bilder richtig positioniert? Tja, die Augen einer Lektorin müssen auf vieles achten…


Unsere Zusammenarbeit
Tanja Helm, Manfred Willinger und Ingrid Sonnleitner bei der Präsentation der Chroniken von Harmannsdorf

Du kennst mich (noch) nicht, wie kannst du also sicher sein, dass ich dieses Metier wirklich beherrsche? Ganz einfach, weil mir Tanja schon viele Jahre vertraut und ich zum Beispiel speedis Blogbeiträge vor der Veröffentlichung lektorieren darf. Und mir bei sprachlichen Unsicherheiten im alltäglichen Berufsleben eine kurze WhatsApp-Nachricht schickt, die sie prompt beantwortet bekommt. Auch Websites, die sie betreut, werden häufig meinem kritischen Blick unterzogen. Bücher gehören ebenso zu meinen Projekten, wie zum Beispiel „Mit Highspeed in den Süden“ oder die Bildchroniken von Harmannsdorf-Rückersdorf.


Du bist überzeugt, dass du (oder deine Grafik-/Website-Agentur) eh alles im Griff hast?

Du bezahlst 8 Euro für jede Textoptimierung.


Wer steckt hinter sonn!trans?

Ingrid Sonnleitner

Hofstattweg 10

3550 Langenlois


www.sonntrans.com

Und übrigens: Mit einem fitten Körper kann man länger konzentriert, fokussiert und aufmerksam bleiben. Ich sitze regelmäßig auf dem Rennrad, um „das Gehirn auszulüften“. Am Beginn meines Beitrags steht Radtouren-Guide. Ja, richtig: Als Ausgleich kannst du mit mir die Wachau oder das herrliche Wein- und Waldviertel erfahren. Mehr dazu auf meiner Website.





 
 
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